Die Studie prognostiziert die Entwicklung der Krankheitslast durch Hospitalisationen aufgrund von Infektionen der unteren Atemwege (Lower Respiratory Tract Infections, LRTI) und der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in der Schweiz bis 2035. Auf Basis nationaler Hospitalisationsdaten und Bevölkerungsprognosen erwarten die Autorinnen und Autoren allein infolge der demografischen Alterung einen Anstieg der Hospitalisationen um rund 18 %, der Intensivpflegeaufenthalte um 14 % sowie der stationären Gesundheitskosten um mehr als 100 Millionen Franken pro Jahr. Gleichzeitig werden zusätzliche Spitalkapazitäten, ein höherer Personalbedarf sowie erhebliche volkswirtschaftliche und ökologische Mehrbelastungen prognostiziert.
Die Studie zeigt jedoch auch auf, dass diese Entwicklung nicht zwangsläufig ist. Als wirksam werden insbesondere eine konsequente Prävention (z. B. Impfprogramme und Tabakprävention), die frühzeitige Diagnosestellung, eine leitliniengerechte Behandlung sowie strukturierte ambulante Betreuungsmodelle für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen angesehen. Evidenz aus bestehenden integrierten Versorgungsprogrammen weist darauf hin, dass koordinierte Versorgungspfade, interprofessionelle Zusammenarbeit, regelmässige Verlaufskontrollen und ein wirksames Selbstmanagement Exazerbationen und vermeidbare Hospitalisationen reduzieren können.