Die Studie untersucht anhand eines Mikrosimulationsmodells die zukünftigen Auswirkungen der chronischen Nierenerkrankung (CKD) auf das Schweizer Gesundheitswesen. Die Autorinnen und Autoren prognostizieren, dass insbesondere fortgeschrittene Krankheitsstadien bis 2032 deutlich zunehmen werden. Dadurch steigt die Zahl der Dialysebehandlungen und Nierentransplantationen erheblich. Gleichzeitig werden mehr Notfallkonsultationen, Hospitalisationen und Todesfälle erwartet. Die Behandlungskosten der CKD werden auf über 4 Milliarden Franken pro Jahr ansteigen und einen wachsenden Anteil der gesamten Gesundheitsausgaben ausmachen. Zusätzlich weist die Studie auf den steigenden Ressourcenverbrauch und die zunehmende Umweltbelastung durch dialyseintensive Behandlungen hin.
Die Autorinnen und Autoren betonen, dass diese Entwicklung durch ein frühzeitiges und koordiniertes Management der chronischen Nierenerkrankung deutlich abgeschwächt werden kann. Sie empfehlen integrierte Versorgungsmodelle, welche Prävention, Früherkennung, leitliniengerechte Therapie und die langfristige Betreuung von Menschen mit CKD miteinander verbinden. Im Mittelpunkt stehen ein gezieltes Screening von Risikogruppen, die frühzeitige Überweisung an nephrologische Fachpersonen, eine enge Zusammenarbeit zwischen Grundversorgung, Spezialistinnen und Spezialisten sowie weiteren Gesundheitsberufen und die kontinuierliche Begleitung der Betroffenen über den gesamten Krankheitsverlauf. Nach Einschätzung der Autoren können solche koordinierten Versorgungsmodelle das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, den Beginn einer Dialyse oder die Notwendigkeit einer Nierentransplantation hinauszögern, vermeidbare Hospitalisationen reduzieren und damit sowohl die Krankheitslast als auch die Gesundheitskosten und die Umweltbelastung nachhaltig senken.