Der Zwischenbericht „Professionsentwicklung in Care@home-Settings“, erstellt im Rahmen des Care@home Forderungsprojektes der Berner Fachhochschule, analysiert auf Basis einer systematischen Literaturübersicht internationale Erfahrungen zu Rollen, Zusammenarbeit und Kompetenzanforderungen in Care@home-Modellen. Ziel der Studie ist es, evidenzbasierte Grundlagen für die Entwicklung solcher Modelle in der Schweiz zu schaffen und Forschungsbedarf für deren zukünftige Implementierung zu identifizieren.
Im Bericht werden zentrale Erkenntnisse zu Professionen und Good Practices dargestellt. Care@home-Modelle basieren typischerweise auf interprofessionellen Teams, in denen Ärzt:innen und Pflegefachpersonen das Kernteam bilden und durch weitere Professionen wie Physiotherapie, Sozialarbeit, Pharmazie oder Ernährungsberatung ergänzt werden. Pflegefachpersonen übernehmen häufig eine zentrale Rolle entlang des gesamten Behandlungspfades – von der Triage über das klinische Assessment bis zur Koordination und zum Monitoring der Behandlung. Zusätzlich wird eine Koordinationsfunktion beschrieben, welche die Zusammenarbeit zwischen stationären und ambulanten Leistungserbringern organisiert. Für die integrierte Versorgung ist besonders relevant, dass Care@home-Modelle auf einer engen interprofessionellen und intersektoralen Zusammenarbeit beruhen. Gleichzeitig zeigt die Literatur, dass genau diese Zusammenarbeit oft durch unklare Rollen, fragmentierte Kommunikation oder unterschiedliche Finanzierungslogiken erschwert wird.
Zusätzlich fasst der Zwischenbericht die Evidenz zusammen und verdeutlicht die strukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung solcher Modelle. Care@home-Versorgung erfordert klar definierte Rollenprofile, abgestimmte Prozesse und eine funktionierende digitale Infrastruktur für Dokumentation, Kommunikation und Telemonitoring. Zudem wird die aktive Einbindung von Patient:innen und Angehörigen als wichtiger Bestandteil der Versorgung hervorgehoben. Für integrierte Versorgungssysteme bedeutet dies, dass Care@home-Modelle besonders dann wirksam sind, wenn sie sektorenübergreifende Zusammenarbeit, digitale Unterstützung und ein gemeinsames Verständnis von Verantwortung und Rollen kombinieren.
Für die Weiterentwicklung der integrierten Versorgung in der Schweiz liefert die Studie wichtige Hinweise: Eine erfolgreiche Implementierung von Care@home-Modellen erfordert neben medizinisch-pflegerischer Expertise vor allem klare Kooperationsstrukturen zwischen den beteiligten Organisationen sowie geeignete digitale Instrumente für Kommunikation und Koordination. Die Ergebnisse zeigen damit exemplarisch, wie integrierte Versorgungsmodelle durch interprofessionelle Zusammenarbeit, abgestimmte Prozesse und eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Patient:innen weiterentwickelt werden können.