Steuerungskonzepte

In allen Gesundheitssystemen finden wir unterschiedliche Einschätzungen darüber „wieviel Staat“ oder „wieviel Markt“ bzw. auf welchen Ebenen wieviel zentrale Steuerung und wieviel Wettbewerb eine optimale Steuerung ergeben. Diese Einschätzungen werden auch von den zugrundeliegenden Werthaltungen und Zielen beeinflusst. Wenn der für alle sozialen Schichten garantierte Zugang zu den Leistungen sowie die Kostenkontrolle im Zentrum steht, tendiert man eher zu einem staatlich ausgestalteten Gesundheitssystem. Stehen die Eigenverantwortung der Versicherten sowie die effiziente Erbringung der Leistungen im Vordergrund, wählt man ein Gesundheitssystem, das mehr auf wettbewerbliche Elemente setzt.

Dem Schweizer Krankenversicherungs-Gesetzt (KVG) liegt das ökonomische Konzept des «gesteuerten Wettbewerbs» zu Grunde, d.h. der Wettbewerb zwischen den Versicherern und den Leistungserbringern soll innerhalb von klaren staatlichen Rahmenbedingungen erfolgen. Die wichtigsten Eckpunkte sind dabei: Versicherungsobligatorium für alle mit Aufnahmezwang für die Versicherer, Mindestanforderungen an die Qualifikationen der Leistungserbringer, abschliessende Definition des Grundleistungspakets, Mindestversorgungsvorschriften und Prämienverbilligung.

Unterschiedlichen Werthaltungen sind in vielen aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen sichtbar: Kreise, welche das Konzept des «gesteuerten Wettbewerbs» stärker betonen möchten fordern eine Aufhebung des Kontrahierungszwangs oder einen Übergang zur monistischen Finanzierung. Demgegenüber kann die Idee einer Einheitskasse Kreisen zugeordnet werden, welche zentralistische Steuerungen der Gesundheitsversorgung vorziehen. Die Korrektur des Risikoausgleichs ist quer durch fast alle Lager unbestritten.

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