Integration: Auch die Spitäler sind gefordert

Bruno Letsch, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Spitalzentrum Biel


Das Schweizer Gesundheitswesen ist stark fragmentiert. Andere Branchen zeigen, dass eine konsequente Vernetzung erhebliche Qualitäts- und Effizienzgewinne bewirken können. Spitäler sind prädestiniert, dabei eine führende Rolle zu spielen.


Bruno Letsch

Die Schweiz verfügt über ein Gesundheitswesen auf hohem Stand. Die staatlichen Zuständigkeiten sind auf Bund, Kantone und Gemeinden verteilt, die Regulierungs- und Finanzierungssysteme entsprechend widersprüchlich.

Das heutige System ist schwer durchschaubar, die Leistungserbringer sind stark fragmentiert. Der Koordinationsaufwand für Patienten und Angehörigen ist sehr gross. Viele Mängel werden nur dank der Eigeninitiative und der guten Zusammenarbeit vieler Institutionen und Menschen gemildert. Wer hat sich nicht schon ohnmächtig hin und her geschoben gefühlt, innerhalb und zwischen Institutionen? Wer wünscht sich statt Fragmentierung und Anonymität nicht mehr Orientierungshilfe und Leistungen aus einer Hand? Zu viele Prozesse sind aus einer Innensicht der Institutionen definiert statt aus der Sicht der Bedürfnisse der Patienten.

Integration statt Fragmentierung

Der medizinische Fortschritt hat den Menschen einen grossen Gewinn an Lebensqualität gebracht. Medizin ist schwer überschaubar und komplex geworden. Das System stösst an Grenzen. Viele suchen die Antwort in mehr Regulierung, staatlicher Planung und mehr Ressourcen. Wir brauchen nicht immer mehr vom Gleichen, sondern ein Umdenken.

Andere Branchen zeigen, dass konsequente Standardisierung und Prozessorganisation, die Vernetzung und Integration von Produktions- und Dienstleistungsprozessen grosse Qualitäts-, Sicherheits- und Effizienzverbesserungen ermöglichen – zum Beispiel die Informatik, die Telekommunikation oder die Luftfahrt. Was können wir von diesen Branchen lernen? Die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Menschen, das Streben nach Sicherheit und Qualität, Standardisierung und schlanke Prozesse, das Lernen von den Besten und kontinuierliche Verbesserungen.

Gerade in komplexen Systemen reicht es nicht, einzelne Teilsysteme zu optimieren. Es braucht eine Synchronisierung über die ganze Versorgungskette. Das heisst nicht zwingend die Bildung von grossen Konzernen. Die Integration der Versorgungsprozesse, nicht die Rechtsform ist entscheidend. Es soll Platz haben für verschiedene Leistungserbringer, von Hausärzten mit eigener Praxis bis zu integrierten Anbietern. Die Patienten sollen entscheiden. Doch der Trend ist klar, im ambulanten Bereich mit der Bildung von Gruppenpraxen und ambulanten Zentren, im stationären Bereich mit dem Zusammenschluss von Spitälern innerhalb von Kantonen und darüber hinaus.

Vorteile auch auf dem Arbeitsmarkt

Auch die Verbindung von Spitälern mit Ärztezentren, Pflegezentren oder Rehabilitationskliniken gewinnt an Dynamik. Integrierte Angebote aus einer Hand für die Patienten, kein Irrlauf zwischen verschiedenen Institutionen. Hier bestehen erhebliche Potenziale. Gemeinsame Standards für Qualität, Sicherheit und Behandlungsprozesse. Abgestimmte Leistungsangebote, bedarfsgerechte Übergange statt aufwendiges Schnittstellenmanagement. Gemeinsame Daten und Informationsplattformen, integrierte Prozesse in Logistik, Dienstleistungen und Führung. Nutzung von Skaleneffekten und Marktstärke in Preisverhandlungen. Gemeinsamer Auftritt statt Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Spitäler beteiligen sich an Ärztezentren und sind mit spezialisierten Diensten in diesen präsent. Pflege- oder Rehabilitationszentren etablieren sich auf dem Campus von Spitälern. Und vieles mehr.

Erst solche Lösungen werden die Aufrechterhaltung einer bedarfsgerechten, dezentralen Gesundheitsversorgung auch in Zukunft ermöglichen. Dies im Gegensatz zu rückwärtsorientierten Konzepten wie die Spitalstandortinitiative im Kanton Bern.

Voneinander lernen

Die Spitäler können in der integrierten Versorgung eine führende Rolle übernehmen. Sie haben grosse Erfahrungen und Kompetenzen, müssen aber anpassungsfähiger und beweglicher auf dem Markt werden. Auch können sie von den Stärken vor- und nachgelagerter Institutionen lernen, von ambulanten Zentren, der Spitex, von Pflege- und Rehabilitationszentren.

Unsere Branche verfügt über das Potenzial, die Zukunft zu gestalten. Darauf sollten wir vertrauen, nicht auf noch mehr staatliche Regulierung. Aufgabe der Behörden ist es, mit klugen Rahmenbedingungen und konsistenten Finanzierungssystemen den Wandel zu fördern.

Dann brauchen wir auch vor einem Markteintritt ausländischer Anbieter oder der Migros, die mit ihrer Tochter Medbase in Zukunft das grösste Netzwerk in der ambulanten Grundversorgung der Schweiz betreibt, keine Angst zu haben. Doch sollten wir die Innovationskraft Dritter sowie den Willen und die Fähigkeit der Menschen nicht unterschätzen, selber über die Wahl der Leistungsanbieter ihres Vertrauens zu entscheiden.




YTo2OntzOjY6ImZldXNlciI7aTowO3M6MzoicGlkIjtpOjE4NjtzOjM6ImNpZCI7czozOiI4OTUiO3M6NDoiY29uZiI7YTo5OntzOjEwOiJzdG9yYWdlUGlkIjtpOjE1MjtzOjE0OiJleHRlcm5hbFByZWZpeCI7czoyMDoidHhfZW1hZ2F6aW5lX2FydGljbGUiO3M6MTM6IlVzZXJJbWFnZVNpemUiO2k6MTg7czoxNDoidm1jTm9QYWdlQ2FjaGUiO2k6MDtzOjk6ImFkdmFuY2VkLiI7YTozOntzOjEwOiJkYXRlRm9ybWF0IjtzOjk6ImQtbS15IEg6aSI7czoxNjoiaW5pdGlhbFZpZXdzRGF0ZSI7czoxOiIwIjtzOjIxOiJzaG93Q291bnRDb21tZW50Vmlld3MiO2k6MDt9czo2OiJ0aGVtZS4iO2E6MTI6e3M6MjY6ImJveG1vZGVsVGV4dGFyZWFMaW5lSGVpZ2h0IjtpOjIwO3M6MjQ6ImJveG1vZGVsVGV4dGFyZWFOYnJMaW5lcyI7aToxO3M6MTU6ImJveG1vZGVsU3BhY2luZyI7aTo0O3M6MTg6ImJveG1vZGVsTGluZUhlaWdodCI7aToxNjtzOjE4OiJib3htb2RlbExhYmVsV2lkdGgiO2k6MTM0O3M6MjY6ImJveG1vZGVsTGFiZWxJbnB1dFByZXNlcnZlIjtpOjA7czoyMjoiYm94bW9kZWxJbnB1dEZpZWxkU2l6ZSI7aTozNTtzOjE3OiJzaGFyZWJvcmRlckNvbG9yMiI7czo2OiJhNGE1YTciO3M6MTc6InNoYXJlYm9yZGVyQ29sb3IxIjtzOjY6ImFkYWVhZiI7czoxMToiYm9yZGVyQ29sb3IiO3M6NjoiZDhkOGQ4IjtzOjIxOiJzaGFyZUNvdW50Ym9yZGVyQ29sb3IiO3M6NjoiZTNlM2UzIjtzOjIwOiJzaGFyZUJhY2tncm91bmRDb2xvciI7czo2OiJmZmZmZmYiO31zOjE3OiJwcmVmaXhUb1RhYmxlTWFwLiI7YToyOntzOjI4OiJ0eF9jYXJ0ZWJsYW5jaGVfY2FydGVibGFuY2hlIjtzOjM0OiJ0eF9jYXJ0ZWJsYW5jaGVfZG9tYWluX21vZGVsX3RvcGljIjtzOjIwOiJ0eF9lbWFnYXppbmVfYXJ0aWNsZSI7czozMzoidHhfZW1hZ2F6aW5lX2RvbWFpbl9tb2RlbF9hcnRpY2xlIjt9czoxMToic2hvd1VpZE1hcC4iO2E6Mjp7czoyODoidHhfY2FydGVibGFuY2hlX2NhcnRlYmxhbmNoZSI7czo1OiJ0b3BpYyI7czoyMDoidHhfZW1hZ2F6aW5lX2FydGljbGUiO3M6NzoiYXJ0aWNsZSI7fXM6MTQ6ImRhdGVGb3JtYXRNb2RlIjtzOjQ6ImRhdGUiO31zOjQ6ImxhbmciO3M6MjoiZGUiO3M6MzoicmVmIjtzOjM3OiJ0eF9lbWFnYXppbmVfZG9tYWluX21vZGVsX2FydGljbGVfMTc2Ijt9YTo0OntzOjQ6ImNvbmYiO2E6MzM6e3M6MTc6InVzZVdlYnBhZ2VQcmV2aWV3IjtzOjE6IjEiO3M6MjI6InVzZVdlYnBhZ2VWaWRlb1ByZXZpZXciO3M6MToiMSI7czoyMDoid2VicGFnZVByZXZpZXdIZWlnaHQiO3M6MjoiNzAiO3M6MjA6Im1heENoYXJzUHJldmlld1RpdGxlIjtzOjI6IjcwIjtzOjMxOiJ3ZWJwYWdlUHJldmlld0Rlc2NyaXB0aW9uTGVuZ3RoIjtzOjM6IjE2MCI7czozODoid2VicGFnZVByZXZpZXdEZXNjcmlwdGlvbk1pbmltYWxMZW5ndGgiO3M6MjoiNjAiO3M6Mjc6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3Q2FjaGVUaW1lUGFnZSI7czozOiIxODAiO3M6MzM6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3Q2FjaGVUaW1lVGVtcEltYWdlcyI7czoyOiI2MCI7czozMDoid2VicGFnZVByZXZpZXdDYWNoZUNsZWFyTWFudWFsIjtzOjE6IjAiO3M6Mjg6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3TnVtYmVyT2ZJbWFnZXMiO3M6MjoiMTAiO3M6Mzg6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3U2Nhbk1pbmltYWxJbWFnZUZpbGVTaXplIjtzOjQ6IjE1MDAiO3M6MzA6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3U2Nhbk1pbkltYWdlU2l6ZSI7czoyOiI0MCI7czozMDoid2VicGFnZVByZXZpZXdTY2FuTWF4SW1hZ2VTaXplIjtzOjM6IjQ1MCI7czoyOToid2VicGFnZVByZXZpZXdTY2FuTWluTG9nb1NpemUiO3M6MjoiMzAiO3M6MzE6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3U2Nhbk1heEltYWdlU2NhbnMiO3M6MjoiNDAiO3M6Mzg6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3U2Nhbk1heEltYWdlU2NhbnNGb3JMb2dvIjtzOjI6IjU1IjtzOjQwOiJ3ZWJwYWdlUHJldmlld1NjYW5NYXhIb3J6aXpvbnRhbFJlbGF0aW9uIjtzOjI6IjU7IjtzOjM3OiJ3ZWJwYWdlUHJldmlld1NjYW5tYXh2ZXJ0aWNhbHJlbGF0aW9uIjtzOjE6IjMiO3M6MzA6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3U2NhbkxvZ29QYXR0ZXJucyI7czoxMDoibG9nbyxjcmdodCI7czozODoid2VicGFnZVByZXZpZXdTY2FuRXhjbHVkZUltYWdlUGF0dGVybnMiO3M6NTc6InBpeGVsdHJhbnMsc3BhY2VyLHlvdXR1YmUscmNsb2dvcyx3aGl0ZSx0cmFuc3BhLGJnX3RlYXNlciI7czozODoid2VicGFnZVByZXZpZXdEZXNjcmlwdGlvblBvcnRpb25MZW5ndGgiO3M6MjoiNDAiO3M6MjU6IndlYnBhZ2VQcmV2aWV3Q3VybFRpbWVvdXQiO3M6NDoiNzAwMCI7czoxMjoidXNlUGljVXBsb2FkIjtzOjE6IjAiO3M6MTI6InVzZVBkZlVwbG9hZCI7czoxOiIxIjtzOjEzOiJwaWNVcGxvYWREaW1zIjtzOjM6IjEwMCI7czoxNjoicGljVXBsb2FkTWF4RGltWCI7czozOiI4MDAiO3M6MTY6InBpY1VwbG9hZE1heERpbVkiO3M6MzoiOTAwIjtzOjIyOiJwaWNVcGxvYWRNYXhEaW1XZWJwYWdlIjtzOjM6IjQ3MCI7czoyMzoicGljVXBsb2FkTWF4RGltWVdlYnBhZ2UiO3M6MzoiMzAwIjtzOjIwOiJwaWNVcGxvYWRNYXhmaWxlc2l6ZSI7czo0OiIyNTAwIjtzOjIwOiJwZGZVcGxvYWRNYXhmaWxlc2l6ZSI7czo0OiIzMDAwIjtzOjIwOiJ1c2VUb3BXZWJwYWdlUHJldmlldyI7czowOiIiO3M6MjQ6InRvcFdlYnBhZ2VQcmV2aWV3UGljdHVyZSI7aTowO31zOjExOiJhd2FpdGdvb2dsZSI7czoyODoiV2FydGUgYXVmIEFudHdvcnQgdm9uIEdvb2dsZSI7czo4OiJ0eHRpbWFnZSI7czoxMzoiQmlsZCBnZWZ1bmRlbiI7czo5OiJ0eHRpbWFnZXMiO3M6MTU6IkJpbGRlciBnZWZ1bmRlbiI7fQ%3D%3DYTowOnt9YTowOnt9YTo3OntzOjE2OiJjb21tZW50TGlzdEluZGV4IjthOjE6e3M6NDA6ImNpZHR4X2VtYWdhemluZV9kb21haW5fbW9kZWxfYXJ0aWNsZV8xNzYiO2E6MTp7czoxMDoic3RhcnRJbmRleCI7aToxMDt9fXM6MTQ6ImNvbW1lbnRzUGFnZUlkIjtpOjE4NjtzOjE2OiJjb21tZW50TGlzdENvdW50IjtzOjM6Ijg5NSI7czoxMjoiYWN0aXZlbGFuZ2lkIjtpOjA7czoxNzoiY29tbWVudExpc3RSZWNvcmQiO3M6Mzc6InR4X2VtYWdhemluZV9kb21haW5fbW9kZWxfYXJ0aWNsZV8xNzYiO3M6MTI6ImZpbmRhbmNob3JvayI7czoxOiIwIjtzOjEyOiJuZXdjb21tZW50aWQiO047fQ%3D%3D YTo1OntzOjExOiJleHRlcm5hbFVpZCI7aToxNzY7czoxMjoic2hvd1VpZFBhcmFtIjtzOjc6ImFydGljbGUiO3M6MTY6ImZvcmVpZ25UYWJsZU5hbWUiO3M6MzM6InR4X2VtYWdhemluZV9kb21haW5fbW9kZWxfYXJ0aWNsZSI7czo1OiJ3aGVyZSI7czoxNzg6ImFwcHJvdmVkPTEgQU5EIGV4dGVybmFsX3JlZj0ndHhfZW1hZ2F6aW5lX2RvbWFpbl9tb2RlbF9hcnRpY2xlXzE3NicgQU5EIHBpZD0xNTIgQU5EIHR4X3RvY3RvY19jb21tZW50c19jb21tZW50cy5kZWxldGVkPTAgQU5EIHR4X3RvY3RvY19jb21tZW50c19jb21tZW50cy5oaWRkZW49MCBBTkQgcGFyZW50dWlkPTAiO3M6MTA6IndoZXJlX2RwY2siO3M6MTQ3OiJleHRlcm5hbF9yZWY9J3R4X2VtYWdhemluZV9kb21haW5fbW9kZWxfYXJ0aWNsZV8xNzYnIEFORCBwaWQ9MTUyIEFORCB0eF90b2N0b2NfY29tbWVudHNfY29tbWVudHMuZGVsZXRlZD0wIEFORCB0eF90b2N0b2NfY29tbWVudHNfY29tbWVudHMuaGlkZGVuPTAiO30%3D YToyOntpOjA7czoxMzU6IjxpbWcgc3JjPSJ0eXBvM3RlbXAvR0IvNzAzZWM1ZjZjNC5wbmciIHdpZHRoPSI5NiIgaGVpZ2h0PSI5NiIgY2xhc3M9InR4LXRjLXVzZXJwaWMgdHgtdGMtdWltZ3NpemUiIHRpdGxlPSIiIGlkPSJ0eC10Yy1jdHMtaW1nLSIgYWx0PSIiPiI7aTo5OTk5OTtzOjEzNjoiPGltZyBzcmM9InR5cG8zdGVtcC9HQi9mMThiM2RhOGJiLnBuZyIgd2lkdGg9Ijk2IiBoZWlnaHQ9Ijk2IiBjbGFzcz0idHgtdGMtdXNlcnBpY2YgdHgtdGMtdWltZ3NpemUiIHRpdGxlPSIiIGlkPSJ0eC10Yy1jdHMtaW1nLSIgYWx0PSIiPiI7fQ%3D%3D
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
Vorschau wird geladen...
Vorschau wird geladen...
* : Pflichtfeld
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare